Prostatakrebs

Prostatakrebs: Erkrankung, Diagnose und Behandlungswege

Was die Diagnose bedeutet, wie sie gesichert wird und welche Wege es gibt – im Überblick und in verständlicher Sprache.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein erhöhter PSA-Wert ist ein Hinweis, kein Beweis. Nur die Biopsie sichert die Diagnose.

  • Ein auffälliger MRT-Befund ist verdächtig – bestätigt ist er erst durch die feingewebliche Untersuchung.

  • Es gibt nicht den einen Weg: Welche Behandlung infrage kommt, hängt von Befund, Risikogruppe, Alter und Ihrer Situation ab.

  • Die Behandlungswege sind aktive Überwachung, Operation, Strahlentherapie und medikamentöse Therapie – manchmal auch eine Kombination.

Die Erkrankung

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist eine bösartige Neubildung der Prostata, der Vorsteherdrüse. Er wächst in der Regel langsam und bleibt oft lange auf die Drüse begrenzt. Bei vielen Männern verursacht er über Jahre keine Beschwerden.

Nicht jeder Prostatakrebs muss sofort behandelt werden. Welche Strategie sinnvoll ist, hängt von der Aggressivität des Tumors, dem Ausbreitungsgrad und Ihrer persönlichen Situation ab. Die S3-Leitlinie Prostatakarzinom nennt die Behandlungswege und wann sie infrage kommen.

Wie wird Prostatakrebs festgestellt?

  1. 1

    PSA-Wert

    Ein erhöhter PSA-Wert im Blut ist ein erster Hinweis – kein Beweis für Krebs. Auch andere Umstände können ihn erhöhen.

  2. 2

    MRT der Prostata

    Das MRT zeigt verdächtige Areale. Ein auffälliger Befund ist ein Verdacht, kein gesicherter Tumor.

  3. 3

    Gezielte Biopsie

    Nur die Gewebeentnahme bestätigt die Diagnose. Bei uns als MRT-Fusionsbiopsie – gezielt aus den auffälligen Arealen.

    MRT-Fusionsbiopsie
  4. 4

    Feingewebliche Untersuchung

    Der Pathologe untersucht die Proben und bestimmt Aggressivität und Ausdehnung des Tumors.

Welche Behandlungswege gibt es?

Die S3-Leitlinie Prostatakarzinom nennt vier Wege. Was für Sie infrage kommt, besprechen wir gemeinsam – anhand von Befund, Risikogruppe, Alter und Ihrer Lebenssituation.

Aktive Überwachung

Bei Tumoren mit niedrigem Risiko: regelmäßige Kontrollen (PSA, MRT, Biopsie) statt sofortiger Behandlung. Behandelt wird, wenn es nötig wird.

Operation

Die radikale Prostatektomie entfernt die Prostata mit den Samenblasen – roboterassistiert, mit dem Ziel, so viel Funktion wie möglich zu erhalten.

Radikale Prostatektomie

Strahlentherapie

Die Bestrahlung der Prostata kann den Tumor in der Drüse zerstören – als alleinige Therapie oder in Kombination.

Medikamentöse Therapie

Hormon- und andere medikamentöse Behandlungen kommen vor allem bei fortgeschrittenem Befund zum Einsatz, oft über längere Zeit.

Die Wahl ist keine Einbahnstraße. Manche Männer kombinieren Wege, andere wechseln. Wichtig ist, dass die Entscheidung zu Ihnen und Ihrem Befund passt.

Risikoeinschätzung mit MSKCC-Nomogrammen

Die Nomogramme des Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSKCC) schätzen das Risiko ein. Das Tool gehört dem MSKCC und wird auf mskcc.org genutzt; es ersetzt kein Gespräch – besprechen Sie das Ergebnis in der Sprechstunde.

Nomogramme auf mskcc.org öffnen

Zweitmeinung

Diagnose erhalten? Wir besprechen Ihren Befund in der Zweitmeinungssprechstunde.

Wie treffen Sie die Entscheidung?

Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie sich beraten. Eine zweite Meinung kann helfen, den eigenen Weg sicherer zu wählen – wir stellen die Wege für Sie gegenüber und besprechen, was zu Ihrem Befund passt.

Mehr zur Zweitmeinung

Wer Sie berät

Ihr Ansprechpartner ist PD Dr. med. Sami-Ramzi Leyh-Bannurah, Sektionsleiter roboterassistierte Urologie. Ausgebildet an der Martini-Klinik Hamburg und am Europäischen Prostatazentrum Gronau.

Zum Operateur

Quellen

  • –

    Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Langversion 8.1, 2025, AWMF-Registernummer 043/022OL – https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/prostatakarzinom/

  • –

    Diese Website: MRT-Fusionsbiopsie der Prostata – Diagnostik bei erhöhtem PSA-Wert (PSA als Hinweis, MRT „verdächtig“, Biopsie als Sicherung).

Kontakt

Zweitmeinung und Terminvereinbarung

Sie haben eine Diagnose erhalten und sind unsicher? Sprechen Sie mit uns über das weitere Vorgehen. Bringen Sie Vorbefunde und Bilddaten möglichst mit.

Sprechstunde

  • Dienstag · 09:00–14:00 Uhr
  • Donnerstag · 08:30–16:00 Uhr

PD Dr. med. Sami-Ramzi Leyh-Bannurah. Termine über das Urologische Sekretariat.