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Diagnostik · Prostata

MRT/Ultraschall-Fusionsbiopsie der Prostata

Das MRT zeigt das verdächtige Areal – die Fusionsbiopsie trifft es gezielt. Über den Damm, in örtlicher Betäubung.

  • Zugang

    Transperineal

    der saubere Weg über den Damm

  • Betäubung

    Örtlich

    Sie bleiben wach und ansprechbar

  • Bildgebung

    Software-Fusion

    MRT und Ultraschall in einem Bild

Der Sektionsleiter zeigt einem Patienten am Bildschirm die Aufnahmen der Magnetresonanztomographie.

Vor der Biopsie gehen wir das MRT gemeinsam durch: Was ist auffällig, und was folgt daraus?

Das Team der Klinik für Urologie blickt im Besprechungsraum auf eine projizierte dreidimensionale Rekonstruktion der Prostata.

Die Bilddaten werden im Fachbereich gemeinsam durchgegangen, bevor eine Empfehlung ausgesprochen wird.

Erst sehen, dann treffen

Zuerst zeigt das MRT, wo es auffällig ist. Genau dort entnehmen wir Gewebe. Nicht ins Blaue, sondern ins Schwarze.

Bildfusion

Wie die Bildfusion funktioniert

MRT und Ultraschall spielen zusammen: Das MRT kennt das Ziel, der Ultraschall zeigt die Prostata live, die Software legt beides übereinander.

Warum über den Damm

Der Zugang über den Damm ist der saubere Weg: Die Nadel geht durch desinfizierte Haut direkt zur Prostata. Das hält Darmkeime fern und senkt das Infektionsrisiko nach der Biopsie.

Zusätzlich erreicht er die vorderen Areale und die Prostataspitze zuverlässig.

In örtlicher Betäubung

Sie bleiben wach und ansprechbar: Wir betäuben Damm und Prostata örtlich, ganz ohne Vollnarkose.

Was die Studien belegen

Gezielt schlägt zufällig – und das ist belegt. Die große PRECISION-Studie verglich bei 500 Männern mit Krebsverdacht die MRT-gesteuerte gezielte Biopsie mit der systematischen Standardbiopsie. Das Ergebnis: mehr klinisch bedeutsame Tumoren gefunden.

Klinisch bedeutsame Tumoren
38 %vs. 26 %
95 von 252 in der MRT-gesteuerten Gruppe gegenüber 64 von 248 in der Standardgruppe (adjustierte Differenz 12 Prozentpunkte; p = 0,005).
Klinisch unbedeutende Tumoren
−13Prozentpunkte
Seltener in der MRT-gesteuerten Gruppe diagnostiziert (p < 0,001) – also weniger Befunde, die behandlungsbedürftig wirken, ohne es zu sein.

Kasivisvanathan V, Rannikko AS, Borghi M, et al. MRI-Targeted or Standard Biopsy for Prostate-Cancer Diagnosis. New England Journal of Medicine 2018;378(19):1767–1777. – Die Studie vergleicht die gezielte mit der systematischen Biopsie, nicht den Zugangsweg über den Damm mit dem über den Enddarm.

Bildspeicherung und Verlaufskontrolle

Jede Entnahmestelle wird digital im 3D-Modell gespeichert. So bleibt nachvollziehbar, woher jede Probe stammt – und dieselbe Stelle lässt sich später gezielt wiederfinden.

Das zählt vor allem bei der aktiven Überwachung (Active Surveillance): Die Kontrollbiopsie trifft exakt dieselbe Stelle wieder und beurteilt sie neu.

Aus der Forschung

So sieht das im Bild aus

Diese Aufnahmen stammen aus einem öffentlichen Forschungsdatensatz und zeigen eine tatsächlich durchgeführte Fusionsbiopsie. Jeder Stab ist eine entnommene Gewebeprobe, an genau der Stelle, an der sie entnommen wurde. Die Farbe zeigt, was die Untersuchung dieser Probe ergeben hat.

  • Gutartiges Gewebe
  • Gleason 3+3
  • Gleason 3+4 und höher
  • Im MRT markierter verdächtiger Herd
  • Kontur der Prostata
Dreidimensionale Darstellung einer Prostata mit farbig markierten Biopsiezylindern; zwei MRT-Schnittebenen verlaufen durch das Modell, der verdächtige Herd ist grün hervorgehoben.

Das dreidimensionale Modell der Prostata mit den Entnahmestellen. Grün der im MRT auffällige Bereich – die roten Proben, also die mit dem höchsten Gleason-Grad, liegen genau dort.

Natarajan S, Priester A, Margolis D, Huang J, Marks L. Prostate-MRI-US-Biopsy, The Cancer Imaging Archive 2020, doi:10.7937/TCIA.2020.A61IOC1A · CC BY 4.0

Oben ein dreidimensionales Prostatamodell mit Biopsiezylindern, darunter drei MRT-Schnittbilder in den drei Raumebenen mit eingezeichneten Konturen und Probenlagen.

Dieselbe Untersuchung in den drei Schnittebenen des MRT. Die weiße Linie ist die Kontur der Prostata, die farbigen Rechtecke sind die Proben – so wird die Entnahme vorher geplant und hinterher dokumentiert.

Natarajan S, Priester A, Margolis D, Huang J, Marks L. Prostate-MRI-US-Biopsy, The Cancer Imaging Archive 2020, doi:10.7937/TCIA.2020.A61IOC1A · CC BY 4.0

Wichtig einzuordnen: Diese Bilder zeigen einen Fall einer anderen Person aus einem öffentlichen Forschungsdatensatz. Sie stehen hier, weil sie das Prinzip zeigen: gezielt dort entnehmen, wo das MRT auffällig war, und zusätzlich systematisch über die Drüse verteilt.

Ablauf

Vor dem Eingriff

Grundlage ist Ihr multiparametrisches MRT. Der Befund wird nach PI-RADS eingestuft – der Skala dafür, wie verdächtig ein Areal ist. Die auffälligen Areale übernehmen wir als Ziel. Vorbefunde und Medikamente klären wir im Aufklärungsgespräch.

Während des Eingriffs

Örtliche Betäubung, 3D-Ultraschall, Fusion mit dem MRT – dann die gezielte Entnahme über den Damm.

Nach dem Eingriff

Die Proben gehen ins Labor. Das Ergebnis besprechen wir persönlich mit Ihnen und planen die nächsten Schritte gemeinsam.

Kontakt

Zweitmeinung und Terminvereinbarung

Auffälliger MRT-Befund oder erhöhter PSA-Wert? Sprechen Sie mit uns über das weitere Vorgehen – bringen Sie Vorbefunde und MRT-Bilder möglichst mit.

Sprechstunde

  • Mittwoch · 14:00 Uhr
  • Donnerstag · 08:30–16:00 Uhr

PD Dr. med. Sami-Ramzi Leyh-Bannurah. Termine über das Urologische Sekretariat.