Prostata · gutartig

Gutartige Prostatavergrößerung

Wenn Medikamente nicht mehr ausreichen, gibt es zwei gute Wege – und wir bieten beide an.

Gutartig heißt gutartig

Die gutartige Prostatavergrößerung ist kein Krebs und wird auch keiner. Sie entsteht im inneren Teil der Drüse, der mit den Jahren wächst und dabei die Harnröhre einengt. Prostatakrebs entsteht typischerweise im äußeren Teil – es sind zwei verschiedene Erkrankungen, die nur zufällig nebeneinander vorkommen können.

Das ist die häufigste Sorge in unserer Sprechstunde, und sie lässt sich meist mit wenigen Sätzen ausräumen. Ein erhöhter PSA-Wert kann allein von der Größe der Drüse kommen. Ob zusätzlich etwas abgeklärt werden muss, entscheiden wir mit Ihnen – nicht der Wert allein.

Normal: Die Drüse liegt schlank um die Harnröhre, der Kanal ist offen.

Vergrößert: Die Innendrüse drückt auf die Harnröhre. Die Blasenwand wird dicker, weil der Muskel gegen den Widerstand anarbeitet.

Schematische Darstellungen – keine Patientenaufnahmen.

Woran Sie es merken

Der Strahl wird schwächer

Es dauert länger, bis der Urin kommt, der Strahl ist dünner als früher, am Ende tröpfelt es nach.

Sie müssen häufiger

Tagsüber öfter als früher – und nachts mehrfach aufstehen. Der unterbrochene Schlaf belastet oft mehr als das Wasserlassen selbst.

Die Blase wird nicht leer

Das Gefühl, es sei noch etwas übrig. Bleibt dauerhaft Restharn zurück, drohen Infekte, Blasensteine und auf Dauer eine Belastung der Nieren.

Wann eine Operation infrage kommt

Solange die Beschwerden erträglich sind und die Blase sich leert, ist Abwarten ein legitimer Weg. Medikamente können den Strahl verbessern und die Drüse verkleinern. Erst wenn das nicht mehr genügt, wird operiert.

Deutlicher wird es, wenn Komplikationen hinzukommen: wenn Sie plötzlich gar nicht mehr Wasser lassen können und ein Katheter gelegt werden muss, wenn sich Blasensteine bilden, wenn Harnwegsinfekte wiederkehren oder wenn dauerhaft so viel Restharn zurückbleibt, dass die Nieren darunter leiden. Dann ist die Operation nicht mehr eine Frage des Komforts.

Zwei Wege, beide im Haus

Beide Verfahren beseitigen die Enge und verbessern Beschwerden und Harnstrahl gleichermaßen.

ThuLEP

Thulium-Laserenukleation · durch die Harnröhre

Zugang
ohne Schnitt von außen
Besonderheit
keine Narben, kürzerer Aufenthalt, kürzere Katheterzeit

Für die meisten Patienten der erste Weg. Das Verfahren ist von der Größe der Drüse weitgehend unabhängig: Über die Harnröhre wird das vergrößerte Innengewebe mit dem Thulium-Laser aus der Kapsel geschält und anschließend in der Blase zerkleinert und abgesaugt.

RASP

Roboterassistierte Adenomenukleation · über kleine Zugänge

Zugang
3 bis 4 Zugänge von je etwa 8 mm
Besonderheit
Gewebe bleibt am Stück, Blase in gleicher Sitzung behandelbar

Der Weg bei sehr großer Drüse, bei Begleitbefunden der Blase und nach einem gescheiterten Eingriff durch die Harnröhre. Auch hier wird nur der vergrößerte Innenteil entfernt – die äußere Hülle der Prostata bleibt erhalten.

Nicht die Technik entscheidet. Beide Verfahren sind in ihrer Wirksamkeit gleichwertig. Was zu Ihnen passt, ergibt sich aus der Größe der Drüse, aus dem, was die Blase zusätzlich zeigt, und aus dem, was Ihnen wichtig ist. Wir sagen Ihnen offen, wenn das Verfahren ohne Roboter für Sie das bessere ist.

Wann wir zur roboterassistierten Ausschälung raten

Sehr große Drüse

Je größer das Adenom, desto mehr spielt der robotische Zugang seine Stärke aus: Das Gewebe wird in einem Stück ausgeschält, ein Zerkleinern in der Blase entfällt.

Blasensteine oder Divertikel

Liegen zusätzlich Steine oder Aussackungen der Blasenwand vor, lassen sie sich in derselben Sitzung mitbehandeln. Ein zweiter Eingriff wird dadurch vermieden.

Nach einem früheren Eingriff

Wenn eine Behandlung durch die Harnröhre nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, ist die roboterassistierte Ausschälung ein etablierter Weg.

Gewebe am Stück

Das Adenom wird unzerteilt entnommen und ist dadurch feingeweblich vollständig beurteilbar – von Bedeutung, wenn der PSA-Wert erhöht ist oder ein Krebsverdacht im Raum steht.

Acht Millimeter

So klein ist der Zugang, durch den bei der roboterassistierten Ausschälung gearbeitet wird. Die Spitze des Instruments ist beweglicher als ein Handgelenk – deshalb lässt sich auch eine sehr große Drüse sauber aus ihrer Kapsel lösen.

Nahaufnahme der Spitze eines da Vinci Instruments mit geöffneter, gebogener Schere.

Instrumentenspitze im Maßstab: Sie wird durch einen Zugang von etwa acht Millimetern eingeführt.

© 2026 Intuitive Surgical Operations, Inc.

Zweitmeinung

Unsicher, welches Verfahren zu Ihnen passt? Das klären wir in einem Gespräch.

Der Ablauf

  • Vorher

    Ultraschall, Bestimmung des Restharns, Messung des Harnstrahls und ein Fragebogen zur Schwere der Beschwerden. Blutverdünnende Medikamente werden rechtzeitig besprochen – bitte setzen Sie nichts eigenmächtig ab.

  • Der Eingriff

    In Narkose. Entfernt wird der vergrößerte Innenteil der Prostata; die äußere Hülle und mit ihr der Schließmuskel bleiben erhalten. Anschließend liegt vorübergehend ein Blasenkatheter, über den gespült wird.

  • Danach

    Der Katheter wird gezogen, sobald der Urin klar ist. In den ersten Wochen kann das Wasserlassen noch brennen und der Drang häufiger sein – das legt sich. Schweres Heben und Radfahren pausieren Sie zunächst.

Was sich für Sie ändert

Ein kräftigerer Harnstrahl, eine vollständigere Entleerung, seltener nächtliches Aufstehen: Das ist das Ziel des Eingriffs – bei beiden Verfahren.

Ein Punkt gehört offen dazu: Nach der Ausschälung tritt der Samenerguss häufig nicht mehr nach außen, sondern rückwärts in die Blase. Das Gefühl beim Orgasmus bleibt, die Erektionsfähigkeit ebenfalls – aber die Fruchtbarkeit auf natürlichem Weg ist danach in der Regel nicht mehr gegeben. Wenn Kinderwunsch besteht, sagen Sie es uns vorher.

Quellen

  • Sandhu JS, Bixler BR, Dahm P, et al. Management of Lower Urinary Tract Symptoms Attributed to Benign Prostatic Hyperplasia (BPH): AUA Guideline Amendment 2023. J Urol 2024;211(1):11–19.

  • Kowalewski KF, Hartung FO, von Hardenberg J, et al. Robot-assisted Simple Prostatectomy versus Endoscopic Enucleation of the Prostate: A Systematic Review and Meta-analysis of Comparative Trials. J Endourol 2022;36(8):1018–1028.

  • Pandolfo SD, Del Giudice F, Chung BI, et al. Robotic assisted simple prostatectomy versus other treatment modalities for large benign prostatic hyperplasia: a systematic review and meta-analysis of over 6500 cases. Prostate Cancer Prostatic Dis 2023;26(3):495–510.

  • Perri D, Pini G, Besana U, et al. Functional outcomes and safety profile of thulium:YAG laser enucleation (ThuLEP) versus robot-assisted simple prostatectomy (RASP) facing very large (≥ 150 ml) prostates. World J Urol 2025;44(1):29.

  • John H, Wagner C, Padevit C, Witt JH. From open simple to robotic-assisted simple prostatectomy (RASP) for large benign prostate hyperplasia: the time has come. World J Urol 2021;39(7):2329–2336.

Nahaufnahme eines Instrumentenarms des da Vinci Systems mit der Nummer 1.

Jeder Arm trägt ein Instrument und wird einzeln angesteuert.

Kontakt

Beschwerden beim Wasserlassen abklären

Bringen Sie mit, was Sie haben – Ultraschallbefunde, PSA-Werte, die Liste Ihrer Medikamente. Den Rest messen wir hier.

Sprechstunde

  • Mittwoch · 14:00 Uhr
  • Donnerstag · 08:30–16:00 Uhr

PD Dr. med. Sami-Ramzi Leyh-Bannurah. Termine über das Urologische Sekretariat.